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Helmuts Fotokiste - Alte Kameras und die Anmerkungen eines Knipsers zur Freizeit-Fotografie in Familie und Freundeskreis

1950

Auf unserem Hängeboden in der Wohnung Gneisenaustr. finde ich Glasschalen, Mensuren, einige Glasplatten (Negative), Trockenständer, Belichtungsrahmen und Fotopapier. Material meines Vaters, der ja Photographiert und selbst entwickelt hat.  Er hat Kontaktabzüge gefertigt. Belichtet wurde mit Tageslicht am Küchenfenster oder auch mit Kunstlicht, entwickelt wurde im Flur der Einzimmerwohnung. Zum Trocknen wurden die Abzüge mit einem Rollenquetscher auf die Fensterscheiben gequetscht. Sie fielen von selbst ab, wenn sie getrocknet waren.

Wenn neugierige Familienmitglieder nicht vorher versuchten die Bilder abzulösen, entstanden Hochglanzabzüge. Wie dieses Bild, im Kinderwagen soll ich gelegen haben! Wird wohl stimmen.

Gerätschaften, Platten und auch viele Bilder wurden nach und nach beim Aufräumen weggeworfen. Schade!
Bei Familienfesten wird manchmal fotografiert, mit Pulverblitz. Dabei wurde der Fotoapparat mit einem Stativ aufgestellt, Blende 8 oder 11 eingestellt, das Licht gelöscht und der Verschluß geöffnet. Die Familie und Gäste standen erwartungsvoll im Dunkel. An einem Besenstiel oder einer Holzleiter war ein kleiner mit Blitzpulver gefüllter Beutel mit Zündschnur befestigt. Die Zündschnur wurde angezündet und dann haben alle auf den Blitz gewartet, es gab eine sehr weiche Ausleuchtung und manchmal einen schwarzen Fleck an der Zimmerdecke (oder auch schwarze Gesichter) wenn der Blitz zu nah an der Decke gezündet wurde. Die vorhandenen Kameras hatten noch keinen Blitzkontakt. Blitzsynchronisation war das Verkaufsargument für die nach 1945 gebauten Kameras.
Allerdings wurden die meisten Kameras in den ersten Nachkriegsjahren für den Export gebaut.
Georg M., unser Nachbar in der Gneisenaustraße, fotografierte damals mit der Voigtländer Bessa (6x9 Rollfilm). Eine Kamera für zwei Formate, 6x9 und 4,5x 6 cm. Objektiv Skopar 4,5/105mm, Compur Verschluß T, B und 1 bis 1/250 sec. So ein 6 x 9 Fotoapparat kostete 1955 bei Porst als gebrauchte Kamera noch 76,- DM.

 Der durschnittliche Monatslohn eines westdeutschen Arbeiters beträgt 1951 297.-DM (151,85 €).
Ein Farbfilm (Kleinbild 36 Aufn.) kostete ca. 7,-DM (3,58 €), der Diafilm für 36 Aufnahmen 13,50 DM (6,90 €) und 1 kg Fleisch bekam man für 4,20 DM (2,15 €).

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