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Helmuts Fotokiste - Alte Kameras und die Anmerkungen eines Knipsers zur Freizeit-Fotografie in Familie und Freundeskreis

1960

Jetzt fotografiere ich fast nur noch auf Diamaterial, im Urlaub 3 Filme (36er Agfa CT18). Ein Film kostet 13,50DM, Entwicklung eingeschlossen. Mit den Rahmen gebe ich ca. 50,-DM für Urlaubsfotos aus. Der belichtete Film wird an eine Entwicklungsanstalt geschickt und nach einer Woche oder auch zwei kommt der entwickelte Film dann mit der Post zurück. Das ist schon manchmal eine harte Geduldsprobe.
Bilder: Rhein bei Loreley, Düsseldorf Rhein (unser Zelt auf der Rheinwiese hat damals keinen gestört), Camping  St. Goarshausen, Koblenz Mosel u. Rhein

Wir (Klaus und ich) sind in diesem Urlaub ca. 900 km geradelt von Düsseldorf über Köln und Bonn in den Westerwald, dann von Koblenz nach Mainz, Frankfurt und zurück nach Braunschweig. Diesmal wurde gezeltet, war aber auch nicht billiger als die Jugendherbergen im letzten Jahr.

Onkel Gustav hat sich eine Prakti gekauft.

Eine Kleinbildsucherkamera 24x36 mit Motoraufzug, Belichtungsautomatic und Entfernungseinstellung nach Symbolen.
Diese Kamera ist ihrer Zeit damals um ca. 5 Jahre voraus. Doch in den 60ern ist Spiegelreflex angesagt, alle Fotografen wollen jetzt eine Spiegelreflex und keine Sucherkamera. Mit der Praktika ist ja auch eine sehr preiswerte Spiegelreflex aus Dresden auf dem Markt.
Die Prakti hatte damals bereits motorischen Filmtransport, Belichtungsautomatik, eine einfache Entfernungseinstellung und eine Meyer 1:4 / 40mm Optik (Domiton, leichtes Weitwinkel). Der Zentralverschluß Prestor-00 ist mit der Entfernungseinstellung gekoppelt, Porträt 1/30s 2 m, Gruppe 1/125s 4 m, Landschaft 1/125s 6 m, Bewegung 1/250s 8 m, Blitz 1/30s 2 m. Zwei 1,5V Batterien (Mignon) sorgten für Strom. Stolz ist Onkel Gustav auch, daß es ihm immer gelungen ist aus einem  36er Film 39 Dias heraus zu holen.

Weihnachten 1960 wurde ein eigener Diaprojektor angeschafft, ein Kindermann Junior 150 für 118,50DM. Die 150 Watt Projektionslampe ist nicht im Preis enthalten und muß mit 13,50 DM extra bezahlt werden. Ich kaufe bei Photo Haller am Kottbusser Damm, wieder begleitet von Mutters Arbeitskollegen, wegen der Beratung und den Prozenten. Man rät mir, einen halbautomatischen Magazinprojektor zu kaufen. Es gab die verschiedensten Systeme, jede Firma hatte ihre eigenen Magazine. Ich bekomme als Preisnachlass 2 Magazine (Stück 4,50DM) dazu. Kindermann hat später die eigenen Magazine aufgegeben und verwendete das Einheitsmagazin, bzw. es passen mehrere Magazintypen.
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Projeziert wird auf eine aus einem alten Bettlaken selbst gebastelte Leinwand (2 Besenstiele und ein altes Betttuch). 
Doch der Reflektionsgrad des Lakens ist gering, als ich später eine einfache Plastikleinwand in Landkartenform (Preis 12,-DM) anschaffe sind die Bilder wesentlich brillanter. Hätte ich gleich machen sollen, die Bilder sehen auf der Bildwand jetzt viel besser aus.

Die westdeutsche Kameraindustrie hat in der Zeit von 1950 bis 1960 insgesamt 27000000 Kameras (27 Millionen) produziert.

Im Sportverein (Ruderclub) sehe ich die ersten privaten farbigen Schmalfilme. Wer es sich leisten kann fährt ins Ausland. Dabei wird dann fotografiert, schwarz/weiss oder häufiger auch Farbdias und z.Z. noch etwas seltener gefilmt.

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