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Helmuts Fotokiste - Alte Kameras und die Anmerkungen eines Knipsers zur Freizeit-Fotografie in Familie und Freundeskreis

1963

6.6.63 Umstieg auf Spiegelreflex!

Ich arbeite als Fermeldehandwerker und mein angespartes Geld reicht für eine Spiegelreflex mit Wechseloptik. Da man beim Dia den Ausschnitt nicht wie beim Vergrößern vom Negativ verändern kann, sind Wechselobjektive ideal. Es gab für Amateure noch keine Zoomobjektive, nur Voigtländer bot ein Zoom für die Bessamatic an, sonst waren nur Festbrennweiten zu haben.

Edixa-Mat Reflex DL,
meine erste Spiegelreflex mit Schneider Xenar 2,8 / 50mm, Prismensucher, Drahtauslöser, Filter und Universal-tasche (824 DM). Mein Monatsverdienst liegt bei 600,-DM. Für die Edixa hatte ich mich entschieden, weil sie, neben der Praktika aus DDR Produktion, die preiswerteste Systemkamera (auswechselbares Suchersystem, viele preiswerte Zusatzobjektive) im Handel war. Gehäusepreis 550,-DM. Doch kommt dann das Normalobjektiv ca. 200,- und das Sucherprisma ca. 100,- noch dazu.
Eine Leica kostete damals 750,- bis 1250,- je nach Objektiv. Im Fotohandel sind die Preise vorgeschrieben (Preisbindung) aber wenn man jemand kennt, der jemand kennt. Bei Foto Klinke gab es 20% Rabatt auf den Listenpreis, die Edixa und auch die Wechselobjektive sind deshalb von Klinke. Ich kaufe später noch ein Weitwinkel- (Schneider Curtagon 2,8/35) und ein Teleobjektiv (Steinheil EDIXA Auto-D-Tele-Quinar 3,5/135).
Die Kamera hat keinen Belichtungsmesser, Kamera und Objektiv werden mit einem Schraubgewinde (M 42 Anschluß) verbunden. Die Blende wird am Objektiv eingestellt, über einen kleinen Hebel im Kameragehäuse wird kurz vor dem öffnen des Verschlusses die Blende automatisch auf den eingestellten Wert geschlossen und nach erfolgter Belichtung wieder geöffnet. Auch der Spiegel klappt wieder nach unten und das Motiv ist nach der Aufnahme sichtbar (Rüchschwingspiegel) ohne das der Fimtransport betätigt werden muss. Alles funktioniert voll mechanisch, ohne Batterien.

Renate Kauft sich 1963 eine Contessa LK von Zeiss-Ikon mit Tessar 2,8/50

Sie fotografiert bei Familienfeiern und auf Reisen, erst schwarz/weiß später Dias. Die Contessa ist eine Sucherkamera für Kleinbildfilm 24 x 36, mit eingebautem Belichtungsmessser und Zeiss-Objektiv Tessar 2,8/50mm (berühmt als Adlerauge) mit sehr guter Abbildungsleistung. Besonders an den Dias kann man die gute Schärfe- und Kontrastwiedergabe des Objektives erkennen.

Zu der Contessa hat Renate auch das passende Blitzgerät gekauft.

Blitzlampen gibt es als klare (Silberfarbige) oder blaue Blitzlampen. Die klare Ausführung ist für Farbnegativ- und Schwarzweißfilm und die mit blauen Glaskolben sind für Tageslicht-Diafilm. Einige Jahre später werden vom Handel nur noch blaue Blitzbirnen angeboten, es wird halt viel mit Diafilm fotografiert.
Die Farbnegativfilme haben noch keine Farbmaske, d.h. man sieht im Farbnegativ die Komplementärfarben. Was im Negativ grün ist, ist dann im Positiv rot. Da auch die Dichte stimmt, konnte man auch ohne Probleme Schwarzweißabzüge von diesen Negativen machen. Aus Kostengründen werden bei der Entwicklung meist erst einmal s/w Bilder bestellt und nur von den gelungenen Aufnahmen werden dann Farbvergrößerungen nachbestellt. Heute kann man nicht mehr einfach s/w Bilder vom Farbnegativ machen lassen (die Filme haben eine Farbmaske und sehen in der Durchsicht rötlich/orange aus), billiger wäre es auch nicht mehr.

Klaus fotografiert mit seiner Paxette, er verwendet meist Kodak Filme.

Kodak stellt den Super 8 Film vor. 15 Meter Kunstlichtfarbfilm in einer Kassette, die das Filmeinlegen vereinfacht und das Umlegen nach 7,5m überflüsssig macht. Zum Filmen bei Tageslicht ist ein Tageslichtfilter in der Kammera eingebaut. Die Perforation des neuen 8 mm breiten Films ist kleiner als bisher, dadurch ist das Filmbild auch etwas größer als bisher.
Der bisher verwendete Doppel-8-Film war ja als 7,5 Meter langer und 16 mm breiter Film auf einer Spule. Diese Spule musste eigelegt, der Film durch die Filmbahn zur Aufwickelspule geführt werden. Nach 7,5 m Filmdurchlauf wurde der Film umgelegt und man konnte noch einmal ca. 2,3 Minuten Filmen. Beim Ein- und Umlegen kam es häufiger zu Lichteinfall, wenn man es in der vollen Sonne machen musste.

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