SitemapImpressum

Helmuts Fotokiste - Alte Kameras und die Anmerkungen eines Knipsers zur Freizeit-Fotografie in Familie und Freundeskreis

1964

Der Markenname ORWO (Original Wolfen) entsteht aus Agfa (Wolfen). Damit sind nach einer Entscheidung der DDR-Regierung Agfa-West und Agfa-Ost auch im Markennamen getrennt.

Der Rapidfilm wird von Agfa als Konkurrenzsystem zur Instamatic-Kassette eingeführt.

Da ich jetzt immer mit der Edixa fotografiere, hat Mutter die Contina übernommen. Sie fotografiert erst schwarz/weiss und dann Farbdias.

 Die Diaprojektion wird jetzt automatisiert. Ich möchte die Dias mit Musik und Kommentar vom Tonband vorführen Gekauft habe ich den Paximat N 24, ein Gerät mit Niedervolt Lampe (24V 150 Watt) und Kabel-Fernbedienung.

Ein automatischer Projektor kann von einem Tonbandgerät gesteuert werden. Dazu wird ein Impulsgeber benötigt der die auf dem Band befindlichen Impulse abtastet und über ein Kabel den Projektor steuert. Ich baue mir in mein Philips RK 14 einen solchen Impulsgeber ein. Dazu benutze ich einen Nachrüstsatz der Fa. Telefunken, der in Bastlerläden sehr günstig angeboten wurde. Leider gab es aber immer wieder Probleme, die Telefunkentechnik an das Philipsgerät anzupassen. Der Nachrüstsatz war für ein Halbspurgerät gedacht aber mein Philips ist ein 4 Spur Gerät. Es lief zwar, doch es lief nicht stabil, sondern es gab ab und zu Impulsaussetzer. Bild und Ton passten plötzlich nicht mehr zu einander. Dann mußte ich schnell von Hand nachsteuern. Das hat mir dann keinen Spass gemacht.

Vor der Projektion müssen die Diapositive gerahmt werden. Sie werden in eine Papiermaske gelegt und zwischen 5 x 5 cm großen Glasscheiben mit Klebestreifen eingefasst. Die Scheiben müssen sauber sein, also vorher geputzt werden. Das hat viel Zeit gekostet.

Farbfotos sind noch recht kostspielig, deshalb ist der Diafilm sehr beliebt.  Auf Geburstagsfeiern oder Party`s werden jetzt oft Dias gezeigt. Dias vom letzten Urlaub, von der letzten Party, vom Ausflug nach ... Dabei wird häufig zuviel gezeigt. Der ständige Wechsel hell/dunkel ermüdet. Die meisten Zuschauer vertragen nur 150 bis 200 Bilder in Normalprojektion, bei Projektion mit Überblendung dürfen es dann doppelt so viele sein.

Ein Onkel von Klaus zeigte nach einer Afrikareise mit Safari einmal 1200 Dias an einem Nachmittag und Abend. Er hatte erstklassige, zum Teil einmalige Tieraufnahmen gemacht. Die Reise war von Mitarbeitern des berliner Zoos begleitet worden. Fotografiert hatte er mit einer Zeiss-Ikon Contarex und mehreren Wechselobjektiven. Er hatte die Diafilme von der Entwicklungsanstalt gleich Rahmen lassen und zeigte jedes gerahmte Bild. Die Entwicklungsanstalt hatte auch den Filmanfang gerahmt. Das erste Bild war also zur Hälfte hell. Da war sein Kommentar: "Das ist jetzt blöd, weil es der Filmanfang ist. Leider kann man hier links Tante Martha nicht sehen, da ist überbelichtet. " Oder bei einer Reihe von Fotos, wo man wirklich nichts erkennen konnte: "Das sind Giraffen! Das sieht man hier leider nicht, der Bus fuhr zu schnell. Ich hatte einen Fensterplatz und habe während der Fahrt mit Tele fotografiert." Er wollte seine Bilder so zeigen, wie er sie auch aufgenommen hatte und hat deshalb weder ein Bild ausgelassen noch die Reihenfolge verändert. Dabei waren die meisten Aufnahmen wirklich gelungen. Es waren sehr gute Tierfotos, Tierporträts darunter und auch stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen. Farbdias wie wir sie noch nicht gesehen hatten. Doch die große Zahl der Bilder und die langen Erklärungen bei den nicht gelungenen Aufnahmen, ließen die guten und sehr guten Bilder nicht zur Geltung kommen. Das war schade!
Lieber ein paar Bilder weniger zeigen, als eins zuviel.

Renate, die zu dieser Zeit auch Dias macht. Projiziert die Dias mit dem Bildwerfer MAGICA, ein sehr einfaches Gerät das in Ostberlin für  22,10 M (Ost)
zu haben ist. Das wußte Renate aber nicht, sie kaufte den gebrauchten Bildwerfer für 30,-DM(West) von einer Nachbarin.
Dieser Bildwerfer ist von 1946 bis 1989 gebaut worden. Dabei sollen (lt. Internet) die ersten Geräte 1946 aus alten Gasmaskenbehältern entstanden sein.
So einen Bildwerfer hat Klaus 1990 für 1,-DM (Originalverpackt) in Thüringen gekauft und mir geschenkt.

      
        Artikel aus der Zeitschrift "Foto-Falter" Heft 11/1960

SitemapImpressum